Doppelt gemoppelt hält besser

Wie viele Tassen sind denn noch nicht gespült? Nicht die Frage, sondern die Antwort brachte ihn ins grübeln.
Keine!
Wie? Keine gespülten Tassen mehr?
So, nun stand mein Mann da und sah mich fragend an. Was das denn nun heißen würde. Ja, was denn? Nämlich nichts anderes, als dass alle Tassen gespült sind.

Er wollte wissen, wie viele Tassen noch nicht gespült, also noch schmutzig sind. Da aber alle Tassen gespült waren , gab es keine schmutzigen mehr.

Ähnlich verwirrend ist es mit der doppelten Verneinung.

Getreu dem Motto “Doppelt gemoppelt hält besser” hört man auch heute noch oft eine doppelte Verneinung. Allerdings wird eine Verneinung dadurch nicht gestärkt, sondern aufgehoben. Ähnlich wie in der Mathematik gibt Minus und Minus nämlich Plus.

“Jetzt bloß keinen falschen Fehler machen”
Haben Sie keine Angst vor falschen Fehlern, eher vor echten Fehlern. Schließlich ist ein falscher Fehler kein richtiger Fehler. Ja was denn nun?

“Ich habe niemals nicht gelogen”
Bedeutet: “Ich habe niemals nicht gelogen”
Also: “Ich habe immer gelogen”

„Ich habe keine Hose nicht an“
Bedeutet: „Keine Hose habe ich nicht an.“
Irgendeine Hose aber wohl.

Aber nicht nur die doppelte Verneinung, auch das einfache Wörtchen nicht kann manchmal für Verwirrung sorgen.

“Du hast nicht zufällig eine Zigarette für mich?”

Antwort: Ja
Aber die Zigarette bekomme ich nicht.
Warum?
Weil der Andere die Zigarette nicht hat.

Damit nun niemand die Stirn in Falten legt, möchte ich Ihnen den Satz eines 8-jährigen Kindes nicht vorenthalten.:

“Das habe ich manchmal auch fast immer.”

Als ich es übrigens einmal sehr eilig hatte und ihn nach der Uhrzeit fragte, kam prompt die Antwort:
“Es ist genau fünf nach zwanzig vor…”